1.67.2.27 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Westportal und zu den Maßwerkfenstern, Grund- und Aufriß



1.67.2.27 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Westportal und zu den Maßwerkfenstern, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: L GS 14629
Bezeichnung: Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Westportal und zu den Maßwerkfenstern, Grund- und Aufriß
Künstler: Hugo Schneider (1841 - 1925), Architekt
Datierung: 1892
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 80,8 x 54,4 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "m"
Beschriftungen: oben links: "24." (Farbstift in Rot)
oben rechts: "St. Martinskirche zu Cassel. / Entwurf / zur Wiederherstellung des Portals u. Fensters / auf der Westseite." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "CASSEL 1892 / H. SCHNEIDER." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Der Ausbau der Turmfront der Martinskirche erforderte auch Maßnahmen an der Fassade der westlichen Vorhalle, zumal ihr mittelalterlicher Bestand durch die Baumaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bis 1892 ließ die Gemeinde die Vorhalle nach Plänen von Hugo Schneider instand setzen und umgestalten, wobei zu den letzten Arbeitsschritten die Öffnung des vermauerten Hauptportals gehörte. Der erhaltene Originalbestand wurde ergänzt, u. a. durch ein Blendmaßwerkfries aus phasenverschobenen, gegenständigen Zwiebelformen (vgl. Walter 1994, S. 163) und umgebenden Zweiblättern im Sockelbereich des Portals, wie es auch hier dargestellt ist. Die Portalzone wurde zudem etwas nach oben verlängert, das über dem Portal gelegene Fenster wurde umgestaltet.
Waren große Teile der spitzbogigen, durch zahlreiche Stäbe dekorierten Laibung noch vorhanden, um als Vorbild bei der Wiederherstellung zu dienen, so fehlte doch jede Binnengliederung innerhalb der Öffnung. Schneider sieht hier vor, die Öffnung durch einen Trumeaupfeiler zu teilen und die beiden kleineren, gleichfalls spitzbogigen Öffnungen mit zwei Holztüren mit reichen Beschlägen und Oberlichtern zu verschließen. Im Bogenzwickel über dem Trumeaupfeiler entwickelt sich eine Konsole für eine vollplastische Darstellung des hl. Paulus, die zudem von einem Baldachin überfangen wird. Über jedem Eingang ist ein weiterer, steilerer Spitzbogen entwickelt, der an den Portalbogen stößt. Die Fläche zwischen diesem zweiten, nur als Blendmaßwerk ausgeführten Bogen und der Türöffnung wird durch drei genaste Fischblasen gefüllt, die Zwickel zwischen dem steileren Bogen und der Apostelfigur nimmt abermals je eine nach oben aufsteigende, genaste Fischblase ein.
Ein krabbenbesetzter Kielbogen, der in eine Kreuzblume ausläuft, bildet den oberen Abschluß des Portals. Er ist zwischen zwei Fialen eingespannt, die auf Höhe der Oberlichter der Eingangstüren auf Konsolen aufsitzen und in deren Flächen Lanzettfenster als Blendformen eingeschnitten sind. Kielbogen, Krabbe und Kreuzblume sowie die südliche Fiale gehen auf den erhaltenen Bestand zurück, die nördliche Fiale wurde nach dem erhaltenen Vorbild neu angefertigt.
Über dem Portal verspringt das die Erdgeschosse der Türme markierende, auch über die Fassade der Vorhalle gezogene Kaffgesims nach oben und markiert den Ansatz der Sohlbank eines niedrigen Fensters in der Mitte der Wand. Das breite Fenster weist eine vierbahnige, durch genaste Fischblasen dominierte Maßwerkstruktur auf und ist in dieser Form eine Neuentwicklung Schneiders.
Stand: September 2007 [LK]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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