1.67.2.31 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Windfang der Vorhalle, Grundriß und Schnitt



1.67.2.31 - Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Windfang der Vorhalle, Grundriß und Schnitt


Inventar Nr.: L GS 14636
Bezeichnung: Kassel, Martinskirche, Entwurf zum Windfang der Vorhalle, Grundriß und Schnitt
Künstler: Hugo Schneider (1841 - 1925), Architekt
Datierung: 1895
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, gelb, rosa und grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 48,7 x 67,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit, "1:25"
Beschriftungen: oben links: "Blatt i. [durchgestrichen] 14" (Feder in Schwarz, Farbstift in Rot)
oben rechts: "St. Martinskirche zu Cassel. / Vorhalle-Windfang und Treppe zur Orgelbühne." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "CASSEL 1895 / H. SCHNEIDER." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Querschnitt nach A-B." (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Das Blatt versammelt einen Grundriß eines in der westlichen Vorhalle der Martinskirche zu errichtenden Windfangs sowie einen Nord-Süd-Schnitt durch diese Vorhalle mit Blick nach Westen bei leicht verspringender Schnittebene. Der vorhandene Bestand ist rosa laviert, geplante Änderungen am Mauerwerk - sie finden sich im Bereich des Durchgangs zum Kirchenraum - sind durch graue, neu einzubringende Holzkonstruktionen durch hellbraune Lavierungen kenntlich gemacht.
Der Grundriß der Vorhalle ist einigermaßen komplex, denn der Fußboden weist entlang der Wände mehrere Absätze auf: vom Westeingang zur Vorhalle hin müssen Stufen eingeschaltet werden, um das Laufniveau auf das des Kirchenschiffs abzusenken und gleichzeitig die beiden auf unterschiedlichen Ebenen gelegenen Eingänge in den Nord- und Südturm mit einzubeziehen; ein angeschrägter Mauerblock ragt zudem in der Nordwestecke in den Raum hinein. Schneider löste das Problem, indem er den Windfang auf ein Podest stellte, von dem drei Stufen hinabführen; der Eingang zum Südturm wird auf der zweiten Stufe eingebunden, die entsprechend nach Osten abknickt. Die Tür zum Nordturm - sie wurde 1889 nachhaltig umgestaltet - wird über eine Estrade erschlossen, die vom Windfang aus das Eingangsniveau beibehält.
Der eigentliche Windfang verläuft parallel zur Eingangsfront. Er öffnet sich mit zwei doppelflügeligen Türen, deren Bewegungsradien in den Grundriß eingetragen sind, zur Vorhalle hin, während eine dritte, einflügelige Tür die Estrade zum Eingang zum Nordturm erschließt. Die Estrade an der Nordwand ist durch eine übermannshohe hölzerne Brüstung eingefaßt - eine Lösung, die ihre Begründung wohl darin findet, daß der Erdgeschoßraum des Nordturms auch dann zugänglich sein sollte, wenn die Kirche selbst geschlossen war. Als Zugang zur Türmerwohnung, die ebenfalls im Nordturm untergebracht war, war dieser Zugang nicht vonnöten. Ein neu errichteter Treppenturm an der Nordseite war nicht nur durch einen neu angelegten Mauerdurchbruch vom Untergeschoß des Turmes, sondern auch vom Vorplatz der Kirche aus zugänglich und überbrückte die Höhe des Erdgeschosses (vgl. L GS 18262).
Die Südwestecke der Vorhalle nimmt schließlich eine in die Konstruktion des Windfangs integrierte, doch von der Vorhalle aus zugängliche Treppenspindel ein, die den Zugang zum Obergeschoß des Südturms und zur Orgelbühne ermöglicht. Sie begrenzt mit ihrer Nordflanke die Ausdehnung des Windfangs, ragt aber noch - anders als in ersten Skizzen festgehalten (vgl. L GS 14639) - mit einem 3/8-Schluß in die Vorhalle hinein.
Der Schnitt zeigt, daß Schneider bei der Konstruktion des Windfangs eine Balkenkonstruktion mit Kassettierungen vorsah. Die beiden doppelflügeligen Türen weisen in der unteren Hälfte in zwei Reihen paarweise angeordnete gefältelte Füllungen auf, die obere Hälfte wird von schmalen Glasbahnen eingenommen. Oberhalb der Türen ist jeweils ein Doppelfenster mit angespitzten Kleeblattbögen und profilierten Leibungen angelegt. Alle übrigen Kassettenfelder des Wandschirms zeigen keinen besonderen Schmuck, wenn auch die Kanten der Balkenkonstruktion gekehlt sind und oberhalb einer jeden Füllung drei kleine Bögen aufweisen.
Die Wendeltreppe wird über einen offenen Durchgang von der Vorhalle aus erschlossen und nur spärlich durch kleine Vierpässe in den Füllungsbrettern belichtet. In dem Schnitt ist auch noch die Kassettendecke eingezeichnet, die 1891 zwischen Westportal und Orgelbühne eingezogen worden war und nun (vgl. L GS 14641) angepaßt werden sollte. Dazu kam es jedoch nicht; 1895 wurde im Zuge der Konstruktion des Windfangs die Decke herausgenommen.
Unklar ist, welche Funktion den beiden Korbbögen über der Decke zukommt. Was immer Schneider hier im Schnitt gezeichnet hat, bleibt in seiner Materialität und Konstruktionsweise undeutlich. Oberhalb der Balkendecke ist ein weiterer Zugang zur Treppe angelegt; die Kassettierungen sind hier ohne Verzierungen ausgeführt. Lediglich die über den Türen des Windfangs gelegenen Holzkonstruktionen weisen mit einer Reihe von zwei Doppelfenstern mit angespitzten Kleeblattbögen eine spärliche Schmuckform auf.
Stand: September 2007 [LK]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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