12.2.9.2 - Entwurf für eine öffentliche Anlage am Hang, Grundriß und Schnitt



12.2.9.2 - Entwurf für eine öffentliche Anlage am Hang, Grundriß und Schnitt


Inventar Nr.: L GS 15217
Bezeichnung: Entwurf für eine öffentliche Anlage am Hang, Grundriß und Schnitt
Künstler: Louis-Théodore Liman (1789 - 1820), Zeichner
Datierung: um 1812
Geogr. Bezug: Frankreich
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, grau, braun, grün, blau und hellrot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Jüngling mit Velum auf Kugel und schmalem Sockel / "VDL"
Maße: 39,2 x 35,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben rechts: "Bl. 316" (Feder in Rot)
in der Darstellung: "Plan du dernier Sal." (Feder in Schwarz)
verso: "N 30" (Feder in Braun)
verso: "LD" (Feder in Braun)
verso: "M Liman" (Feder in Braun)


Katalogtext:
Auf dem rückseitig mit "LD" und "M Liman" sowie Numerierung gekennzeichneten Blatt ist eine repräsentative Anlage am Hang dargestellt, möglicherweise einer jener Memorialbauten, die seit den Revolutionsjahren in den Wettbewerbsentwürfen an der "École d'Architecture" in Paris immer wieder Thema waren. Diese Anlage ist einmal als Grundriß zu sehen, der in einen kreisförmigen Rahmen eingepaßt ist, darüber aber auch im Schnitt, ergänzt durch einen kleinen, als "Plan du dernier Sal." bezeichneten Detailgrundriß.
Der Gesamtgrundriß auf der Basis eines noch latent sichtbaren Rastersystems präsentiert eine quadratische Anlage aus vier Galerien um einen offenen säulenumstandenen Innenhof, wobei die Ecken durch vortretende Risalite betont werden. An der in den Hügel gebauten Seite schließt mittig ein kleiner quadratischer Anbau an, der von einer Exedra abgerundet wird. Durch Mauern hinter den Säulen verborgen, ermöglichen seitlich angelegte, langgezogene Treppenaufgänge den Zugang zu dem erst im Aufriß sichtbar werdenden Obergeschoß im hinteren Bereich der Anlage, dessen Umfang auf der Hanghöhe in dem kleinen Detailgrundriß erkennbar wird. Eine halbkreisförmige Säulenkolonnade rahmt hier den Tempietto, der sich über dem kleinen in den Hang eingefügten Anbau erhebt.
Ebenso wie das Blatt L GS 15216 illustriert diese Zeichnung die an der "École d'Architecture" geübte Entwurfspraxis, bei der nach einer Graphitvorzeichnung (häufig auf der Grundlage eines Rastersystems) die Lavierungen angelegt und erst ganz am Schluß das Blatt noch einmal mit der Feder präzisierend übergangen wurde. Bei diesem Wettbewerbsentwurf fehlt dieser letzte Arbeitsschritt, was darauf schließen läßt, daß es sich um eine jener ersten Entwurfsskizzen handelt, die der Jury zu Beginn der Konkurrenz vorgelegt wurden. Anhand solcher Blätter wurden diejenigen Schüler ausgewählt, die einen kompletten Präsentationsentwurf anfertigen durften (vgl. Schöller 1993).
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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