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1.1.3.2 - Kassel, Bestandsaufnahme vom "Großen Forst", Plan



1.1.3.2 - Kassel, Bestandsaufnahme vom "Großen Forst", Plan


Inventar Nr.: L GS 12989
Bezeichnung: Kassel, Bestandsaufnahme vom "Großen Forst", Plan
Künstler: Johannes Wolff (1731 - 1791), Zeichner
Datierung: 1785
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz und Rot, grün, grau und ocker laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "D&C BLAUW", Lilienwappen mit Krone
Maße: 50,2 x 72,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Ruthen"
Beschriftungen: oben rechts: "Plan / der / ackerzahl von dem Sogenannten / GROSSEN FORST / zur Stadt. Casselischen Termeney Gehörig / vor / Der Unter-Neustadt des Leibziger Thors / gelegen" (Feder in Braun)
unten mittig: "DEM HOCHLÖBLICHEN STADTGERICHT ZUGEEIGNET VON DEM STADT-BAUMEISTER JOHs WOLFF, CASSEL DEN 26TEN APRIL ANNO 1785" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "J.HR: WOLFF SR" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Johannes Wolff, seit 1750 Steinmetzmeister in Kassel, war der "Stammvater" einer Familie von Architekten und Steinmetzen, die bis ins 19. Jahrhundert in Kassel tätig war. Kurz nach seiner Anstellung als Stadtbaumeister im Jahre 1785 hat er diesen "Plan / der / ackerzahl von dem Sogenannten / GROSSEN FORST / zur Stadt. Casselischen Termeney Gehörig / vor / Der Unter-Neustadt des Leibziger Thors / gelegen" angefertigt. Sorgfältig sind die Straßen vermerkt, die eine Verortung des Gebiets möglich machen: die "Landstraße von Bettenhausen nach Cassel, oder Leipziger Straße genannt" und die "Landstraße von der Waldau nach Cassel oder Nürnberger Straße genannt". Schmincke beschreibt das Areal in seiner ausführlichen Beschreibung Kassels 1767: "Dieser ungemein grosse und ganz ebene Platz liegt vor der Unterneustadt [...] und erstrecket sich von der Fulda an bis nach Bettenhausen, Waldau und Ochshausen. In den alten Zeiten war solches ein bloser Wald oder Forst, davon er auch itzt seinen Namen führt" (Schmincke 1767, S. 407). Die Bäume wurden aber nach und nach zum Bau von Häusern abgeholzt, so daß die Fläche nur noch als Weide genutzt wurde. Schmincke berichtet weiter: "Von der Grösse dieser Ebene zeugt, daß daselbst den 30. Julius 1729 die 12000 Mann im Sold übernommenen Hessischen Kriegsvölker in einem Lager gestanden [...] Noch alle Jahre pflegen verschiedene Regimenter nebst der Garnison ihre Kriegsübungen auf demselben zu machen" (Schmincke 1767, S. 410). Auch Landgraf Wilhelm IX. ließ "auf dem Forst" in den 80er Jahren immer wieder Manöver abhalten. Johannes Wolff vermaß die einzelnen Flächen dieses städtischen Gebiets (insgesamt 461 Acker) und zeichnete an dessen südlichen Zipfel das städtische "Unterste Forsthaus" mit der Baumschule ein, welches er 1789 noch einmal separat darstellte (L GS 13401).
Die am unteren Rand angefügte persönliche Zueignung des Blattes "DEM HOCHLÖBLICHEN STADT GERICHT ZUGEEIGNET VON DEM STADT BAUMEISTER JOHs WOLFF DEN 26TEN APRIL ANNO 1785" belegt, daß die sorgfältig angelegte und in der linken oberen Ecke mit einem von zwei Schildhaltern getragenen Stadtwappen versehene Zeichnung im Zusammenhang mit der Ernennung Wolffs zum Stadtbaumeister am Tag vorher, dem 25. April 1785, entstanden ist.
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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