3.130.3.14 - Wilhelmsthal, Schloß, Garten, Ausführungsentwurf zum Grottengewölbe, Grundriß und Untersicht



3.130.3.14 - Wilhelmsthal, Schloß, Garten, Ausführungsentwurf zum Grottengewölbe, Grundriß und Untersicht


Inventar Nr.: Marb. Dep. 21
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Schloß, Garten, Ausführungsentwurf zum Grottengewölbe, Grundriß und Untersicht
Künstler: Heinrich Christoph Bröckel (1693 - 1773), Architekt
Datierung: 16.10.1744
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Feder in Grau und Braun, grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappenschild, das von Löwen getragen wird, Mittelbalken "XXX" untereinander angeordnet
Maße: 20,3 x 31,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten: "Vorstellung des Grotten Gewölbes zu Amelienthal, wie daßelbe von unten hinauf anzusehen, worinnen / dasjenige was von gehauenen Steinen zumachen memlich das mittelste Krantz Gesimbse nebst denen daßelbe / faßenden 6. Rippen, mit schwartzer Touche, das übrige aber, was mit gebacknen Steinen gewölbt werden könte, / mit rothen Linien schattiret worden den 16 ten October 1744." (Feder in Braun)
unten rechts: "von Bröckel" (Graphit)
verso: "Entwurf Cuvielle / Ausführung v. Major Bröckel / Grottengewölbe Wilhelmsthal" (Graphit)


Katalogtext:
Als früheste überlieferte Zeichnung, die sich auf die Gestaltungspläne des Wilhelmsthaler Gartens bezieht, befindet sich in der Graphischen Sammlung ein Blatt mit der kombinierten Darstellung eines Schnittes der Grotte auf Kämpferhöhe und einer Untersicht des Grottengewölbes. Das Kuppelgewölbe zeigt einen ovalen Umriß mit gleichförmigem Deckenspiegel, von dem aus sechs Bandrippen mit dazwischen angeordneten Stichkappen auf das Kranzgesims (Mauervorlagen) zulaufen. Der Schnitt durch das aufrechte Mauerwerk geht an der Rückwand durch die drei für Figuren vorgesehenen Nischen, schneidet die seitlichen Öffnungen des Durchgangs und zum Wasserbecken hin die frontalen Öffnungen der Fenstertüren. Angesichts der Genauigkeit aller aufgenommenen Mauervor- und Rücksprünge, die der vorhandenen Bausubstanz entspricht, ist die Zeichnung als Ausführungsentwurf zu bewerten. Diese Funktion geht auch aus dem Beschreibungstext hervor, der auf die dem unterschiedlichen Steinmaterial entsprechenden Farbwerte verweist. So wurden die aus Haustein auszuführenden Bauteile wie das mittlere Kranzgesims und die auf diesem auflagernden sechs Rippen in Schwarz dargestellt, während die aus Backstein zu mauernden Kappen durch rote Schattierungen hervorgehoben wurden.
Die Zeichnung ist nicht signiert, jedoch befindet sich am unteren Rand der in Graphit ausgeführte Hinweis "von Bröckel". Zunächst scheint die Nennung des Artilleriegenerals und Militärbaumeisters Bröckel, der in leitender Funktion am Bau der Kasseler Garnisonkirche beteilig war, bei einem derartigen Bauprojekt befremdlich. Ein Schriftenvergleich mit den beiden Grundrißentwürfen der Garnisonkirche (GS 14602 u. GS 14603), die in der Graphischen Sammlung vorhanden sind, deutet jedoch auf dieselbe Hand. Somit kann angenommen werden, daß Bröckel für den rein konstruktiven Teil der Bauausführung hinzugezogen worden ist.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Bleibaum 1932, S. 15; Schmidt-Möbus 1995, S. 84, Kat.Nr. 11, Abb. 29


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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