2.3.25.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Vestibül, Entwurfsskizze für eine Innendekoration



2.3.25.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Vestibül, Entwurfsskizze für eine Innendekoration


Inventar Nr.: GS 15567
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, Vestibül, Entwurfsskizze für eine Innendekoration
Künstler: Helwig Reinhard Hochapfel (1823 - 1903)
Datierung: 1876
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Pinsel, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 48,3 x 63 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten mittig: "Skizze zur Decoration des Vestibüles im Schlosse von Wilhelmshöhe" (Graphit)
unten rechts: "HRHochapfel 1876." (Graphit)


Katalogtext:
Die in Graphit angelegte unvollendete Zeichnung, die Helwig Reinhard Hochapfel 1876 anfertigte, zeigt die östliche Längswand und Decke des Vestibüls im Corps de Logis von Schloß Wilhelmshöhe.
Der horizontale Wandaufbau besteht aus einer Sockelzone, den darüber ansetzenden gerahmten Wandfeldern und einem Abschlußgesims, das den beiden Halbsäulen in der linken Bildhälfte auflagert. Dabei gibt die vierfache Säulenstellung, auf die die Halbsäulen hin ausgerichtet sind, die Struktur der Deckengliederung vor, indem der Unterzug zwei unterschiedlich große Deckenfelder generiert. Bei der Wandaufteilung wechseln in der vertikalen Abfolge die Wandfelder mit den beiden flachen Rundbogennischen, die die Rundöfen mit den großfigurigen Isispriestern (s. VSG 1.3.1025) rahmen. Die dazwischen liegende zweiflügelige Tür führt in den fünfachsigen Empfangssaal. Das große, zentrisch angelegte Deckenfeld zeigt in diesem Bereich eine Mittelrosette, die von einem großen kreisrunden Feld umschlossen und seitlich von schmalen Rechteckfeldern mit axial gesetzter Mittelrosette begrenzt wird. Am oberen Blattrand sind verschiedene Deckenfelder aufgeführt, die wohl als Alternative für diese Gestaltung dienen sollten und neben einem zentrischen Stuckmuster im klassizistischen Stil, wie in es in der großen Darstellung vorliegt, auch kassettierte Decken im Neorenaissance-Stil vorstellen.
Wie stark Hochapfel in die Neugestaltung des Schlosses unter preußischer Herrschaft eingebunden war, ist noch zu klären. Seine grundsätzliche Beteiligung sowohl an den Arbeiten im Schloß wie in der Löwenburg kann indes als gesichert gelten (s. Thieme/Becker 1907-1950, Bd. XVII, S. 164). Holtmeyer berichtet in seinem Denkmälerband über die 1896 aufgefrischte Decke im Vestibül, die ein plastisch aufgemaltes Stuckmuster in antikisierendem Stil zeigt und gleichartig auch an den Türen ausgeführt wurde (Holtmeyer 1910, S. 324). Die dort publizierte Aufnahme (Holtmeyer 1910, Taf. 145) zeigt zwar ebenfalls ein großes Kreissegment über der östlichen Tür, die Binnengliederung weicht jedoch von dem vorliegenden Entwurf ab, statt der schmalen seitlichen Rechteckfelder sind dort weitere Kreisornamente mit Mittelrosette zu finden.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 30.07.2018


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