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4.5.1.3 - Andernach, Skizzen von Architekturdetails, Ansicht und Profil (recto); Maria Laach, Abteikirche, Skizze, perspektivische Ansicht (verso)



4.5.1.3 - Andernach, Skizzen von Architekturdetails, Ansicht und Profil (recto); Maria Laach, Abteikirche, Skizze, perspektivische Ansicht (verso)


Inventar Nr.: GS 14482
Bezeichnung: Andernach, Skizzen von Architekturdetails, Ansicht und Profil (recto); Maria Laach, Abteikirche, Skizze, perspektivische Ansicht (verso)
Künstler: Hugo Schneider (1841 - 1925), Zeichner/-in
Datierung: 1865
Geogr. Bezug: Andernach, Maria Laach
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 18,5 x 10,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: verso: "Laacher See mit der Kirche / Maria Laach 1865" (Graphit)
verso: "Laacher See mit der Kirche / Maria Laach 1865" (Graphit) recto mit Bleistift "149/1933"


Katalogtext:
Auf der Vorderseite des Blattes sind fünf unterschiedlich detaillierte Skizzen versammelt, die sich zum Teil nur schwer verorten lassen. Oben links stellt Schneider das oberste Turm- und das Giebelgeschoß eines Kirchturms dar, eines romanischer Baues, der Einflüsse der Pfarrkirche von Andernach und von St. Castor in Koblenz nicht leugnen kann, insgesamt aber einfacher gebildet ist. Die doppelten Biforienfenster des oberen Turmgeschosses sind direkt unter den Rundbogenfries gerückt, das Triforienfenster in den Giebeln in eine rechteckige, getreppte Blendnische eingestellt, über der noch ein Schlitzfenster angeordnet ist.
Rechts oben legt Schneider ein Profil an, dessen genaue Verortung nicht klar ist. Es scheint jedenfalls nicht zum Andernacher Taufbecken aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts zu gehören, das Schneider rechts oben, um 90 Grad gedreht, mit wenigen Strichen nur skizziert hat, wobei er einzelne Linien des Profils benutzt, die Zeichnung aber vor ihrer Vollendung aufgegeben zu haben scheint.
In der unteren Blatthälfte zeigt Schneider einen bestenfalls frühneuzeitlichen Wasserspeier aus Blech und Schmiedeeisen in Gestalt eines gekrönten Drachens, der seinen Weg auf das Skizzenblatt vor allem als Kuriosum gefunden zu haben scheint. Am rechten Bildrand ist, beschnitten, ein ähnliches Wesen angedeutet, aber nicht näher ausgeführt.
Die Rückseite des Blattes nimmt eine schnell über den Laacher See hinweg skizzierte Ansicht der Abteikirche Maria Laach ein. Die 1093 begonnene, bis zum Ende des 12. Jahrhunderts weitgehend fertiggestellte Abteikirche Maria Laach, eine Stiftung des Pfalzgrafen Heinrich II. bei Rhein, gehört zu den herausragendsten und besterhaltenen romanischen Bauwerken Deutschlands. Eine westliche und eine östliche Chorgruppe, beide in den Formen der Vierungstürme und Nebentürme unterschiedlich gestaltet, werden durch ein kurzes Langhaus miteinander verbunden. Schneider erfaßt die Kirche, die angrenzenden Konventsbauten und deutet auch den romanischen Turm der Friedhofskapelle St. Nikolaus an. Von den Konventsbauten dominiert der barocke Prälatenflügel mit seinen Eckrisaliten und dem schmaleren Mittelrisalit; erstaunlicherweise weist der Bau Treppengiebel auf, die heute nicht mehr vorhanden sind. Hinter dem Prälatenflügel ragt, nur in Umrissen und grauen Schraffuren angelegt, der Kraterrand des Laacher Maars auf, im Vordergrund ist malerisch ein kleiner Kahn platziert.
Die Reiseskizzen zu Andernach und Maria Laach stehen in Zusammenhang mit den vorbereitenden Arbeiten für Franz Bocks 1868-1875 erschienene Darstellungen "Rheinlands Baudenkmale des Mittelalters - Ein Führer zu den merkwürdigsten mittelalterlichen Bauwerken am Rheine und seinen Nebenflüssen". Die Abtei Maria Laach ist dort auf 24 Seiten, die Pfarrkirche zu Andernach auf 16 Seiten behandelt; keine der hier angelegten Reiseskizzen wurde jedoch in eine Illustration umgesetzt.
Stand: September 2007 [LK]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 25.11.2022



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