1.10.1.1 - Kassel, Marstall, Bauaufnahme, Grund- und Aufriß



1.10.1.1 - Kassel, Marstall, Bauaufnahme, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 12643
Bezeichnung: Kassel, Marstall, Bauaufnahme, Grund- und Aufriß
Künstler: Friedrich Wilhelm Selig (1749 - 1816), Zeichner
Datierung: um 1810
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Grau, schwarz, grau, rotbraun, hellblau, hellgrün und gelb laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 32,7 x 44,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: zwei bezifferte Maßstäbe mit Maßeinheit "pieds"
Beschriftungen: oben links: "ELEVATION & PLANS des anciens Ecuries, / à coté du Chateau Electoral dans la vielle ville. / (gewesener Herrschafftlicher Marstall)"; überklebt: "Cheveaulegers" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: Benennung der Örtlichkeiten und Geschosse (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Das Blatt aus der Serie der Bauafnahmen von Militärgebäuden durch Friedrich Wilhelm Selig (s. GS 14523) zeigt den 1591 bis 1593 durch Landgraf Wilhelm IV. in der Nähe des Stadtschlosses errichteten Marstall, in dessen Erdgeschoß die Pferde und im Obergeschoß die fürstliche Kunst- und Raritätensammlung sowie die Bibliothek untergebracht waren (Holtmeyer 1923, S. 303-306). Die Kunstkammer wurde 1696, die Bibliothek 1779 in andere Baulichkeiten verlegt. Nach Ankauf von zwei Nachbarhäusern 1745 entstand an der Nordseite eine Reithalle, die von dem später hier stationierten Militär, aber auch für die Wachtparade bei schlechtem Wetter genutzt wurde. Wie aus dem Grundriß ersichtlich, verwendete man das Reithaus in der Zeit des Königreichs Westphalen als zusätzliche Stallung
Auf dem Blatt sind die Grundrisse der Vierflügelanlage sowie der Aufriß der Hauptfassade am Marställer Platz gezeigt. Abweichend von der üblichen Abfolge ist der umfangreichere Erdgeschoßgrundriß, der das Exerzier- und Reithaus und die angrenzenden um einen kleinen Hof angeordneten Nebengebäude einschließt, in die Mitte gestellt, so daß in der oberen linken Blattfläche Raum für die Bezeichnung und die beiden Maßstäbe ist.
Im Aufriß wird das ausgebaute Dachgeschoß sichtbar, das erst im 18. Jahrhundert durch die Höherführung der Wände zwischen den Zwerchhäusern entstanden war. In der für die Zeichnungen der Serie üblichen Weise sind alle gestalterischen Details von den Portalrahmungen bis zu den Giebelskulpturen sowie die Farbfassung des in dieser Zeit noch verputzten Bauwerks detailliert wiedergegeben. Da unter der später schwarz überdeckten Fläche in der Wappenkartusche über dem Mittelportal die Initialen JN (Jérôme Napoléon) noch sichtbar sind, läßt sich diese Zeichnung eindeutig in die Zeit des Königreichs Westphalen datieren. Unter den nachträglich aufgeklebten beschrifteten Papierstreifen ist zudem die westphälische Reitereinheit der Chevaulegers genannt, die im Marstall untergebracht war.
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
Holtmeyer 1923, Taf. 183, 1


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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