5.9.1.1 - Entwurf für einen Rundbau mit eingestellter offener Ringkolonnade um einen Brunnen, Querschnitt



5.9.1.1 - Entwurf für einen Rundbau mit eingestellter offener Ringkolonnade um einen Brunnen, Querschnitt


Inventar Nr.: GS 14016
Bezeichnung: Entwurf für einen Rundbau mit eingestellter offener Ringkolonnade um einen Brunnen, Querschnitt
Künstler: Charles Percier (1764 - 1838), Zeichner, fraglich
Datierung: 1795-1800
Geogr. Bezug: Frankreich
Technik: Feder in Schwarz, grau, ocker und rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 16,6 x 18,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Charles Percier gilt als einer der führenden französischen Künstler der napoleonischen Ära. In Zusammenarbeit mit Pierre-François-Leonard Fontaine gestaltete er zahlreiche Entwürfe für diverse kaiserliche Bauprojekte und Innendekorationen, die den sog. Empire-Stil prägten.
Die ihm von H. Ottomeyer zugeschriebene, leider allseitig beschnittene Zeichnung (Ottomeyer 1999, S. 94) präsentiert den Querschnitt durch einen Rundbau mit kassettierter Kuppelwölbung, dem eine ebenfalls im Schnitt gezeigte Ringkolonnade eingeschrieben ist. Das glatte Quadermauerwerk des Rundbaus wird nur durch eine Türöffnung und eine Figurennische unterbrochen. Im unteren Bereich umziehen ein Gesims und eine niedrige Bank die Mauer. Die eingestellte Ringkolonnade aus sechs korinthischen Säulen umschließt eine Brunnenschale mit reich skulptiertem Sockel. Das Gebälk mit Akanthusfries wird in der Achse der Säulen bekrönt von sechs geflügelten Eroten, die Musikinstrumente tragen. Geflügelte Erotenköpfe befinden sich auch in den Kassetten der Deckenwölbung. Da der Gesamtzusammenhang des Blattes verloren ist, kann man über die Funktion des Gebäudes nur spekulieren. Zu denken wäre etwa an den Ruheraum eines Bades oder einen Grottensaal, wie ihn Percier in ähnlicher Art 1785 entwarf (Ottomeyer 1981, S. 53ff.).
Diese Zeichnung Perciers mit ihren sorgfältig abgestuften Grautönen innerhalb des fein gezeichneten Liniengerüsts, die auch die Schatten präzise wiedergeben, erweist sich als ein schönes Beispiel des von ihm eingeführten anschaulichen "Architekturaquarells", mit dem er im Pariser Salon von 1793 erstmalig in Erscheinung trat (vgl. Ottomeyer 1999, S. 93f.). Das Blatt wäre dementsprechend etwa 1795-1800 zu datieren.
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
  • Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 94.
  • Philipp, Klaus Jan: Architektur - gezeichnet. Vom Mittelalter bis heute. Basel 2020, S. 96, Kat.Nr. 2.75.


Letzte Aktualisierung: 04.12.2020


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